Kostbare Faser auf dem Weltmarkt

Bekannt sind die Anden und ihre V√∂lker vor allem durch das noch heute vorhandene Wissen um die Webkunst, die auf jahrtausendlangen Erfahrungen beruht. Nach uralter Tradition symbolisierte die Art der Kleidung die gesellschaftliche Stellung. Mit ihrem hohen handwerklichen K√∂nnen stellten sie kostbare Kleidungsst√ľcke her.

Als einziges Tier weist das Alpaka ca. 22 verschiedene, nat√ľrliche Farbt√∂ne (bis zu 60 Farbschattierungen) in einer weichen, wundersch√∂nen und zudem widerstandsf√§higen Faser auf. Das Spektrum reicht von rein weiss bis schwarz, inkl. verschiedenen Braun- und Graut√∂nen. Die weisse Faser wird nach internationalen Trendvorgaben eingef√§rbt.

Zur Farbvielfalt kommt die hohe Produktqualit√§t der Faser, was auf einen langen Akklimatisierungsprozess der Tiere in den Anden zur√ľckzuf√ľhren ist. Um extremen Temperaturschwankungen zu widerstehen, entwickelten die Alpakas ein feines, leichtes Vlies, das wasserabweisend und sonnenresistent ist. keine andere nat√ľrliche und noble Faser verf√ľgt √ľber eine solche Qualit√§tskombination.
Die Alpaka-Wolle f√ľgt sich nebst Kaschmir in die Reihe der edlen und sch√∂nen Naturfasern ein und setzt neue modische Akzente.

(Quelle: aus dem Bericht der sippo (swiss import) 01/2004)

Durch die ver√§nderte Nachfrage der Textilindustrie wird den nat√ľrlichen Farben, bei denen kein F√§rben erforderlich ist, seit einigen Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Dichte des Vlieses hat einen Einfluss auf das Gewicht des geschorenen Vlieses, im Hochland Perus sind 8-10 kg Schurertrag keine Seltenheit.

Beim Vergleich der Fasern verschiedener Tierarten fällt der ausserordentlich geringe Anteil an Fett bei den Neuweltkameliden  auf. Die Zellenstruktur der Faser ermöglicht deren Weichheit, die von den meisten Luxusfasern nicht erreicht wird.

Die feinsten Fasern werden von jungen Tieren bei der ersten Schur erzielt. Mit steigendem Alter nimmt der Faserdurchmesser in Regel deutlich zu. Unterschiede bestehen an versch. K√∂rperregionen, die beste Qualit√§t wird vom sogenannten „blanket“ gewonnen.

 

Faser Alpaka

 

 

  1. Qualität = Blanket
  2. Qualität = Neck (Hals)
  3. Qualiät = der ganze Rest ohne Beine

runder schwarzer Punkt = Stelle f√ľr Entnahme
Faserprobe

 

 

 

Qualitäts-Stufen der peruanischen Faserindustrie:

    Royal Alpaca unter 19 Micron
    Baby Alpaca 20 Р21.9 Micron
    Superfine 22 Р24.9 Micron
    Fine 25 Р27.9 Micron
    Alpaca 28 Р30 Micron
¬†¬†¬†¬†Huarizo √ľber 30 Micron

 

Alpakafaser filzt tendenziell weniger stark und weniger schnell als Schafwolle. Das Filzen wird massgeblich von der Höhe der Schuppenkanten beeinflusst. Das handwerkliche Filzen mit Alpakawolle ist deshalb etwas aufwendiger als mit Schafwolle.

Die Funde der mumifizierten Lamas und Alpakas in Peru haben gezeigt, dass die Faserqualit√§t damals unsere heutigen Tiere haushoch √ľbertraf. Die Inka’s waren √ľberzeugt, dass eine qualitativ gute Faser nur unter den klimatischen Bedingungen √ľber 4’000 m erzielt werden kann. Tiere von damals mit schlechter Faser hatten ein besseres Faserkleid als der Durchschnitt unserer „guten“ Tiere heute.
Dadurch, dass das Alpaka in grossen H√∂hen gehalten worden ist, in eisiger K√§lte, hat es eine thermische Kapazit√§t entwickelt, die den meisten Fasern fehlt. Sie enth√§lt mikroskopisch kleine Lufttaschen, wodurch leichte Kleidungsst√ľcke mit hohen Isolierungswerten geschaffen werden k√∂nnen. Sie w√§rmt bei K√§lte, kann aber auch W√§rme ableiten, man schwitzt nicht so leicht wie bei andern Fasern oder Kunstfaser.

Marktanteil, Nachfrage und Marktentwicklung
Der Anteil von Produkten aus Alpaka am gesamten Textilienmarkt ist nur sehr klein. In der Modeindustrie wird Alpakafaser als Luxus-Faser klassifiziert. Es besteht eine sehr hohe Nachfrage nach der Alpakafaser, sowohl als Rohfaser als auch nach Garnen und Stoffen aus Alpaka.
Peru exportierte im Jahre 1998 20% seines gesamten Alpakafaseraufkommens nach USA, 18% nach Italien, 17% nach China, je 7% nach Deutschland, England und Japan. 40% der Weltproduktion gehen entweder als Garne, Stoffe oder als Endprodukte nach Europa. (Quelle: Alpaca Market Report, International Alpaca Asscociation, Bulletin 8, Dezember 1998.) Damit kommt, sowohl f√ľr die Weiterverarbeitung zu Endprodukten als auch f√ľr die Endprodukte selber Europa eine besondere Bedeutung als Markt zu. Inzwischen kauft China ca. 50% des Alpakafaseraufkommens auf und veredelt es im eigenen Land.
Quelle: Alpakazuchtverband Deutschland